Das Stromnetz wird digital

Robert Optendrenk organisiert die turnusmäßigen Zählerwechsel und den Einbau der neuen smarten Zähler. Bildergalerie unten: Alfons Raczing gehört als Gas- und Wasserinstallateur ebenfalls zur Abteilung Messwesen. Daniel Lohmöller ist der Stellvertreter von Robert Optendrenk und plant derzeit federführend eine neue Leitwarte. Rudolf Wümmers, Elektro-Installateur, kennt sich mit allen Stromzählern – den alten und modernen – bestens aus. Gas- und Wasserinstallateur Ulrich Schmitz kümmert sich wie Rudolf Wümmers um den Austausch dieser Zähler.

Das Stromnetz soll intelligent werden, um so die Erzeugung und den Verbrauch besser aufeinander abzustimmen. Gerade bei einer steigenden Bedeutung von erneuerbaren Energien eine wichtige Aufgabe, die die Sicherheit des Netzes erhöht. „Bisher ist es ja so, dass je nach Verbrauch erzeugt wird. Mit Blick auf regenerative Energien soll aber auch der Verbrauch an die Erzeugung angepasst werden“, erklärt Robert Opten­drenk, Mitarbeiter im Mess- und Zählerwesen bei den Gemeindewerken Grefrath. Dazu beitragen sollen intelligente Messsysteme.

Sicherheit ist wichtig

Deren Einbau wird bei den Gemeindewerken zurzeit intensiv vorbereitet, indem die Systemvoraussetzungen im Hintergrund aufgebaut werden. „Sicherheit wird dabei großgeschrieben“, erklärt Robert Optendrenk. Datenschutz und Sicherheit sind wichtige Themen. Schließlich werden sensible Daten mitgeteilt und Zugriffsmöglichkeiten gegeben, die auf jeden Fall vor Eingriffen von außen geschützt werden müssen.

Noch in diesem Jahr werden die ersten Testgeräte bei den Gemeindewerken selbst eingebaut. Im nächsten Jahr sollen dann die ersten Kunden mit intelligenten Messsystemen bestückt werden, die dann zum Beispiel Verbrauchsdaten über das Mobilfunknetz mitteilen können. Die Geräte lassen sich auch über das Stromnetz steuern. Diese Technik ist die Voraussetzung dafür, in Zukunft den Stromverbrauch auf die Zeiten zu lenken, in denen zum Beispiel viel Sonnen- oder Windenergie zur Verfügung steht.

Alles elektronisch

Langfristig werden die intelligenten Messsysteme verpflichtend für alle Kunden mit hohem Stromverbrauch.Das betrifft alle Kunden ab 6 000 Kilowattstunden Jahresverbrauch. In den „normalen“ Haushalten hält ebenfalls ein Stück moderne Technik Einzug. Dort werden bis zum Jahr 2032 die klassischen schwarzen Stromzähler durch elektronische Modelle ersetzt. Diese zeichnen Verbrauchsdaten elektronisch auf, können aber nicht mit der Außenwelt kommunizieren. Bei ihnen werden die Daten nach wie vor klassisch ausgelesen. Schon seit drei Jahren bauen die Gemeindewerke bei einem Zählerwechsel turnusmäßig die modernen Messeinrichtungen ein. Die Corona-Krise hat auch die Arbeit der Abteilung Messwesen seit März beeinflusst. Das Auswechseln der Zähler musste zunächst ausgesetzt werden. Dringende Inbetriebnahmen werden aber weiter durchgeführt, sodass auch hier für die Kunden kein Nachteil entsteht.

Netz visualisieren

Die Digitalisierung kann in Summe natürlich nur funktionieren, wenn das gesamte System umgestellt wird. Mit den neuen Zählern allein ist es nicht getan. Deshalb kümmert sich Daniel Lohmöller seit Anfang des Jahres federführend um den Aufbau einer passenden Netzleittechnik. „Sie soll es in Zukunft ermöglichen, das gesamte Netz auf einem Bildschirm abzubilden“, so Lohmöller. Bisher müssen die Bereitschaftsmitarbeiter bei einem Störfall im Umschaltwerk einzelne Trafostationen abfahren, um den konkreten Standort der Störung ausfindig zu machen. In Zukunft könnte der Bereitschaftsdienst bereits auf dem Tablet genau sehen, wo der Fehler ist, und gegebenenfalls schon erste Schaltmaßnahmen gleich vom Computer aus vornehmen. Bei größeren Netzbetreibern ist diese Technik schon länger im Einsatz. So könne man zum Beispiel von den Erfahrungen der Stadtwerke Kempen beim Aufbau der Netzleittechnik in Grefrath lernen und profitieren. „Es ist noch viel Arbeit, bis wir unsere Netze alle digitalisiert haben. Aber der erste Schritt ist bereits gemacht“, sagt Andreas Vogel, der für die Netze der Gemeindewerke zuständig ist und zusammen mit seinen Teams die Aufgaben der Digitalisierung verantwortungsvoll umsetzt. 



Bildergalerie