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RUHE UND HARMONIE

Gemeindewerke-Mitarbeiter Uli Schmitz hat ein Faible für die fernöstliche Kultur. Akribisch und mit viel Leidenschaft gestaltet er seinen japanischen Garten in Vinkrath.

Schon am Vorgarten erkennt man Uli Schmitz‘ Begeisterung für Japan. Das setzt sich hinter seinem Haus in Vinkrath fort. Der Mitarbeiter, der bei den Gemeindewerken für den Wechsel von Gas- und Wasserzählern zuständig ist und sich im Gasnetz um die Regler- und Übernahmestationen kümmert, hat es mit seiner Leidenschaft für japanische Gartenkunst schon ins Fernsehen geschafft. Nun hat er dem Redaktionsteam der „Gut zu Wissen“ einen Einblick in seinen besonderen Garten erlaubt.

Die typischen Merkmale eines japanischen Gartens erkennt man direkt: prägnant geschnittene Bäume, Kieslandschaft, Steine, Moos, ein Teich mit Kois, Gartenfiguren und Steinlaternen im asiatischen Stil. „Viele unserer heimischen Gewächse wachsen auch in Japan, so wie Schwarzkiefer, Buche oder Eiben“, erklärt Uli Schmitz. Auf die Form kommt es eben an. Wichtig ist, dass die Äste trassenförmig angelegt werden. Dafür werden sie nicht nur regelmäßig in Form geschnitten, sondern teils über Jahre abgespannt, damit sie parallel zum Boden wachsen. Die Blätter oder Nadeln der einzelnen Trassen schneidet der 63-Jährige dann leicht gewölbt.

Garten braucht intensive Pflege

Natürlich gibt es auch besondere Pflanzen in seinem Garten, die in Japan beheimatet sind. Wie den Osmanthus fragrans, auch Süße Duftblüte genannt, der je nach Sorte ganz weiß oder orange blüht und sehr intensiv, zum Beispiel nach Orange, duftet. „Die Pflanzen brauchten einige Zeit, um sich an das Klima in Grefrath zu gewöhnen. Die kommen aus Kyoto, da ist es nicht allzu kalt“, sagt der Gartenliebhaber.

Wichtig in der japanischen Gartengestaltung ist vor allem die intensive Pflege. Nichts wird dem Zufall überlassen. Stundenlang werden die Pflanzen geformt. „In Japan habe ich Bäume gesehen, die in der Schale stehen und 1.000 Jahre alt sind.“ Dafür muss man die Bäume „schulen“, sie langsam verkleinern, nach und nach Wurzeln kürzen. Auf dem Moos liegen keine Blätter, kein Unkraut wächst dazwischen. Der Kies wird in Form geharkt, kreisförmig in Wellen, sodass Anfang und Ende nicht erkennbar sind. Ruhe und Harmonie strahlen die Gärten aus. Stirbt mal ein Ast ab, darf dieser dranbleiben. „Bei uns in Deutschland wird ein Baum, wenn er faul ist, gleich gefällt. Das ist in Japan nicht so. Da wird ein Gitter aufgestellt, damit die Leute nicht dorthin laufen.“

Bald beginnt alles zu blühen

Die schönste Jahreszeit in seinem Garten steht nun bevor. Im Frühling beginnt alles zu wachsen und zu blühen. Dann startet auch die Arbeit: Die Pflege eines solchen Gartens ist sehr zeit- und arbeitsintensiv. „Im Frühjahr geht es langsam los und im Sommer bin ich jeden Tag im Garten.“ Ganze Samstage verbringt er draußen.

Neue Anregungen bringt Uli Schmitz sich von seinen Reisen mit. Er ist auch von der japanischen Kultur fasziniert. Die Menschen seien sehr hilfsbereit und offen, man komme schnell ins Gespräch. Auf seinen Reisen habe er zudem viele schöne Dinge gesehen: „Gärten wie Nara, wo zahme Rehe leben, oder die Insel Miyajima mit einem Torii, dem traditionellen japanischen Tor, mitten im Wasser. Corona macht es aktuell nicht leicht, eine Reise zu planen. Wenn es nach ihm ginge, würde Schmitz gerne morgen in den Flieger nach Japan steigen.