Vom Ein-Mann-Betrieb auf dem elterlichen Hof zur modernen Metallbauhalle in Grefrath: Stephan Draack und sein Team verbinden traditionelles Handwerk mit digitaler Präzision.
Wer die Halle im Gewerbepark Wasserwerk betritt, spürt schnell: Hier wird nicht nur gearbeitet, sondern etwas geschaffen. Metall nimmt ungewöhnliche Formen an, aus Skizzen entstehen Unikate. Für Stephan Draack ist das der Kern seines Berufs. „Am Ende irgendwo vorbeizufahren und zu sagen: Das haben wir gemacht – das ist das Schönste“, sagt der Gründer von Draack Schmiede & Schlosserarbeiten.
Die Geschichte beginnt auf einem Bauernhof. Aufgewachsen in der Landwirtschaft in Willich, gehörte es für Stephan Draack früh dazu, Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Maschinen reparieren, improvisieren, Lösungen finden – der Zugang zum Handwerk war ganz selbstverständlich da. Ein Praktikum in einem Schlosserbetrieb brachte schließlich die entscheidende Klarheit: Das ist es.
Von der Meisterprüfung direkt in die Selbstständigkeit
Nach der Ausbildung folgte der nächste Schritt: 2009 legte Draack seine Meisterprüfung ab. Als Jahrgangsbester und gefördert durch ein Stipendium war der Weg in die Selbstständigkeit vorbereitet. Im November 2009 gründete er seinen eigenen Betrieb – zunächst auf dem Hof der Eltern, allein, mit überschaubaren Projekten: Gitter, Türen, erste Konstruktionen. „Das, was man eben alleine machen kann“, sagt er rückblickend.

Die notwendige Unterstützung bekommt Stephan Draack von seiner Frau und den beiden Söhnen.
Metallbetrieb zieht nach Grefrath um
Heute hat er ein Team mit rund zehn Beschäftigten, in der Regel ergänzt durch Auszubildende. Das Wachstum brachte neue Anforderungen – vor allem räumlich. Seit Januar produziert das Unternehmen in Grefrath. Überzeugt haben den Firmeninhaber die gute Verkehrsanbindung und gleichzeitig die niederrheinische Bodenständigkeit.
Die Firma ist nicht mehr nur am Niederrhein bekannt. Projekte führen das Team regelmäßig nach Düsseldorf, Köln oder ins Ruhrgebiet. Ganz gleich ob Einfamilienhaus oder Industriekunde – die Philosophie bleibt: individuelle Lösungen statt Standardware. Der Name „Schmiede“ steht noch immer am Firmenschild – doch das Handwerk hat sich verändert. Klassisches Schmieden, wie man es aus früheren Zeiten kennt, spielt heute nur eine Nebenrolle. Stattdessen prägen moderne Fertigungstechniken den Alltag: CNC-gesteuerte Maschinen, Lasertechnik, präzise Schweißkonstruktionen. Designs werden digital geplant, Muster filigran ausgeschnitten, Bauteile exakt gefertigt.
Zwischen alt und neu – Handwerk als Handschrift
Dennoch bleibt der handwerkliche Anspruch erhalten, gerade bei besonderen Projekten wie individuelle Tore mit gestalterischen Elementen, Geländer und Balkone, die sich in historische Gebäude einfügen, oder maßgeschneiderte Lösungen für Sanierungen. Die Herausforderung liegt oft im Spannungsfeld zwischen alt und neu. „Den Charme eines alten Gebäudes zu erhalten und gleichzeitig moderne Technik einzubringen – das ist das Spannende.“
- Gitter und Geländer sind aus Metall sehr beliebt. Die Firma Draack fertigt sie auf Maß.
- Tore gehören ebenfalls zu den Produkten, die die Metallbauer aus Grefrath sehr häufig fertigen.
Trotz aller Technik bleibt eines zentral: die Begeisterung für das Material. Draack setzt bewusst darauf, junge Menschen früh einzubinden. Schülerpraktika sind fester Bestandteil des Betriebsalltags. Hier wird nicht nur zugeschaut, sondern mitgemacht: sägen, bohren, schweißen – am Ende oft mit einem eigenen Werkstück für zu Hause. „Wenn die Jugendlichen nur danebenstehen, verlieren sie schnell das Interesse. Sie müssen merken, dass sie etwas schaffen können“, sagt Draack, der sich als stellvertretender Obermeister im Vorstand des Fachverbands Metall engagiert.
Typisch Grefrath: gelebte Nachbarschaft
Mit dem Umzug nach Grefrath hat sich auch das Umfeld verändert. Die Nachbarschaft im Gewerbepark Wasserwerk ist geprägt von Austausch und Zusammenarbeit. Man kennt sich, hilft sich, trinkt gemeinsam Kaffee oder organisiert Grillabende. Auch privat ist Draack, der in Straelen wohnt, hier angekommen und engagiert sich in der Feuerwehr.
In seinem Büro sind die Wurzeln des Betriebs deutlich zu sehen: eine funktionale Metallkonstruktion, an der alle Techniken gezeigt werden. Es ist Draacks Meisterprüfungsobjekt. Daneben findet man kunstvoll geschmiedete Rosen, Relikte aus einer Zeit, in der das klassische Schmiedehandwerk noch stärker im Fokus stand. Heute wäre solche Handarbeit kaum noch bezahlbar.
Kontakt
Draack Schmiede & Schlosserarbeiten GmbH
Gewerbepark Wasserwerk 31
47929 Grefrath
Telefon: 0 21 58 / 95 39 47 0
E-Mail: info@metallarbeiten-draack.de



